Dialektik des Fortschritts – 5G, Alzheimer Demenz und Pflegeroboter – und zurück

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Seit der neuesten Digitalstrategie, den schon etwas älteren Digitalpakten und dem Ruf nach flächendeckendem Mobilfunk in Deutschland weiß es jeder: wir brauchen das alles. Unter anderem damit wir demnächst mal genügend Pflegeroboter in Marsch setzen können, die von autonomen Lieferautos oder Teslas neuestem autonomen Laster geliefert werden – und dann autonom die Hintern der zu pflegenden Demenzpatienten putzen können. Dass diese Demenzpatienten in den letzten 10 Jahren um 40% zugenommen haben und in der näheren Zukunft weiter zunehmen werden, das kann man der gleichen Zeitung entnehmen, die über die heroische Digitalstrategie berichtet.

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Vicentino und Palestrina – Von der Wiederbelebung der Antike zur Gegenwart der Harmonie

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Für Interessierte in und um Berlin lade ich zu einem interessanten Konzert am 16./17.11.19, 19:00 im Bode-Museum ein. Wir, das /consortium vocale berlin/, singen, zum ersten Mal in Berlin Musik des Renaissance-Komponisten Nicola Vicentino, der versucht hat, die antike Musik wiederzubeleben. Begleitet werden wir dabei vom weltweit einzigen Archiorgano, einer Orgel, die die Fünfteltöne intonieren kann, die Vicentino fordert. Davor und dazwischen Wohlklingendes von Palestrina, passend in der Halle des Bode-Museums. Hier ist der Text, den ich für das Programmheft geschrieben habe. Viel Spass

„Renaissance“, das weiß man, bedeutet Wiedergeburt, in diesem Fall die Wiedergeburt der Antike. Als im Jahre 1453 Konstantinopel fiel und mit ihm die lebendige Kultur der antik-griechischen Tradition zu Ende ging, hob etwa zur gleichen Zeit die Wiederbelebung der Antike im Westen an. Es gelangten viele griechische Texte in den Westen. Zuerst begannen die Architekten, dann die Philosophen – etwa Marsilio Ficino mit seiner (neu-)platonischen Akademie in Florenz nach 1464 –, dann die Maler und schließlich auch die Musiker an dieser Wiederbelebung zu arbeiten.

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Ioannidis‘ Zitationsdatenbank, ein kleiner Bauchpinsler – und ein paar Gedanken zum Thema „Wissenschaftlichkeit“

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John P.A. Ioannidis, der derzeit vermutlich bekannteste und einflußreichste Methodiker und Public Health Forscher 1-3, hat vor Kurzem eine Datenbank mit standardisierten Zitationsmetriken für die ca. 100.000 weltweit am meisten zitierten wissenschaftlichen Autoren (von ca. 6.8 Millionen) publiziert4. Ich hab‘ ein bisschen drin geschnüffelt und mich gefreut. Denn ich habe mich auf Platz 31.716 (von über 100.000) wiedergefunden und kann mich damit zu den 5 Promille weltweit meistzitierten Autoren rechnen. Chapeau! Klar, Ioannidis landet selbst auf Platz 69, und einige meiner Freunde und Kollegen habe ich auch wiedergefunden: Klaus Linde auf Platz 19.488, Peter C. Gøtzsche (https://www.deadlymedicines.dk/) auf Platz 1.849, mein Kollege Jonathan Schooler auf Platz 17.732, der Nestor der Meditationsforschung Richard Davidson auf Platz 211. Wer will kann sich ja von der Webseite des Journals PLoS Biology und dem Artikel die „supplementary files“ herunter laden und sich diese selber genauer ansehen. Eine Erklärung der Tabellenköpfe findet sich hier.

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Studiendaten zu 5G; Vortrag von Dr. Mutter

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Noch ein paar Informationen zu meinem 5G-Blog https://harald-walach.de/2019/04/23/5gausbau-mobilfunk-wlan-ueberall-unbequeme-daten-und-gedanken/ aus einem Vortrag meines Kollegen Dr. Joachim Mutter, der (ca. ab Minute 20) eine ganze Reihe erstaunlicher und wichtiger Studiendaten zur Wirkung von Mobilfunkstrahlung präsentiert, die man sich vergegenwärtigen sollte:

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Für die, die es kürzer mögen, hier ein 20 minütiges Kurzinterview:

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Vielleicht sollte man individuell und gesellschaftlich doch etwas sorgfältiger mit dieser Materie, mit Mobilfunk und Co, umgehen?

Lebensstil und Demenz

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Regelmässige Leser meines Blogs werden sich erinnern: vor Kurzem erschien das von Martin Loef und mir herausgegebene Buch „Demenz – Prävention und Therapie“, das beim KVC-Verlag direkt bezogen werden kann. Die offizielle Lehrmeinung zum Thema lautet ja, dass Demenz nicht viel mit Lebensstil und Verhalten zu tun hat und daher auch nur als Schicksal erlitten werden kann. Im Normalfall wartet man auf den Durchbruch, damit man mit einer magischen Pille die Demenz – irgendwann, in ferner Zukunft – behandeln kann. Dieser Haltung sind wir in diesem Buch entgegengetreten und zeigen auf, welche Möglichkeiten es gibt – und warum Demenz eben doch viel mit Lebensstil zu tun hat.

Nun belegt eine neue retrospektive Kohortenstudie, die im JAMA, dem Journal of the American Medical Association erschienen und frei zugänglich ist, mit Zahlen, dass ein Zusammenhang mit dem Lebensstil tatsächlich zu erkennen ist. [1]

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