Neuer Beitrag zur Methodenlehre: (21) Kreis statt Hierarchie in einer Bayesschen Analyse

Wie das zirkuläre Modell konkret funktioniert und warum es dem hierarchischen überlegen ist – Das Beispiel der ketogenen Diät

Soeben ist eine neue Publikation von uns in einer Online-Zeitschrift erschienen, in der wir vorgeführt haben, wie man das zirkuläre Erkenntnismodell konkret umsetzen kann [1]. Die Federführung hatte der Physiker Rainer Klement, der die Analyse gerechnet und die Beispieldaten zur Verfügung gestellt hat. Ich konnte ihn für meine Idee begeistern, dass man mit einem zirkulären Erkenntnismodell mehr Einsicht gewinnt als mit dem traditionellen, hierarchischen der „evidence based medicine (EBM)“. Der Schlüssel dazu könnte die hier vorgenommene Formalisierung sein, die einen Bayesschen statistischen Ansatz wählt. Das klingt komplizierter als es ist.

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Wieviel Alkohol schadet? Nicht zu viel, oder lieber gar nicht? – Ein paar Gedanken zur neuen Studie von Wood und Kollegen in Lancet (2018)

Ich bekenne es freimütig: Ich mag Wein und trink‘ ihn gern (Bier manchmal, Schnaps selten). Da zu einer guten Einschätzung wissenschaftlicher Aktivität auch die Offenlegung von Interessenskonflikten gehört, auch intellektueller, tue ich das hiermit. Es wäre mir ehrlich gesagt nicht recht (und würde mich auch sehr wundern), wenn aufgrund wissenschaftlicher Daten der Puritanismus Einzug halten würde. Ich halte vom Puritanismus aus verschiedenen theologisch-weltanschaulichen Gründen nicht viel und bin, auch das wahrscheinlich ein Interessenskonflikt, zu sehr dem süddeutsch-bayrischen katholischen Raum verpflichtet, als dass ich mich zum Puritaner eignen würde. Auf diesem Hintergrund also meine Gedanken zu einer neuen Studie, die derzeit von allen Journalen kolportiert wird, die etwas auf sich halten und von allen Zeitschriften, die der orientierungslosen Lebensstilkämpferin um das rechte Maß bei ihrem Orientierungslauf helfen wollen.

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„Forbidden Histories“ – Youtube-Kanal von Andreas Sommer

Ich weise gerne auf einen neuen Video-Kanal https://www.youtube.com/forbiddenhistories mit entsprechender Webseite hin. Der Kanal wird von Dr. Andreas Sommer betrieben, der sich in Cambridge, am Institut für Wissenschaftsgeschichte intensiv mit der Geschichte der Parapsychologie auseinandergesetzt hat. Er wird in einer Serie von englischsprachigen Videos in die Geschichte der Erforschung okkulter und paranormaler Phänomene einführen. Man kann ihm auf seiner Webseite www.forbiddenhistories.com auch Wünsche nennen.

Neues Buch: Spiritualität in Psychiatrie und Psychotherapie

Ich habe gemeinsam mit den Kollegen Georg Juckel und Knut Hoffmann vom Universitätsklinikum Bochum ein Buch zum Thema Spiritualität in Psychiatrie und Psychotherapie herausgegeben, das soeben beim Papst-Verlag erschienen ist:


https://www.amazon.de/Spiritualit%C3%A4t-Psychiatrie-Psychotherapie-Georg-Juckel/dp/3958533825

Mein Anteil daran geht auf eine Buchidee zurück, die der verstorbene Hans-Wolfgang Hoefert mit mir realisieren wollte. Bevor es dazu kam verstarb er und hat mir einige Wochen vor seinem Tod sein Herzensanliegen, dieses Buch, zur Durchführung und Vollendung überlassen. Es hat sich gut gefügt, dass zur gleichen Zeit Georg Juckel und Knut Hoffmann das Ergebnis einer Tagung in Buchform publizieren wollten und Herr Papst diese beiden Projekte in ein Buch zusammengefasst hat. So ist ein schöner Band entstanden, der die derzeitige Diskussion bündelt und dies vor allem auch für den deutschsprachigen Raum.

Wir haben das Buch dem Andenken an den Kollegen Hoefert gewidmet, der sein Entstehen nicht mehr erlebt hat. Er hätte sich aber gefreut so viele Autoren versammelt zu sehen. Die historische Dimension ist vertreten, sowie Artikel zu den spirituellen Aspekten von Christentum, Ostkirche, Judentum, östlicher Religionen sowie des Islam. Die Bedeutung von religiösen Haltungen bzw. Atheismus für die Besserung in stationärer Psychotherapie wird genauso diskutiert wie die spirituellen Wurzeln der dialektischen Borderlinetherapie Linehans, Spiritualität bei deutschen Psychotherapeuten, der Forschungsstand zu aussergewöhnlichen Erfahrungen oder Fragen der Operationalisierung von Religion und Spiritualität in Deutschland un den USA und Krankenhausseelsorge im Rahmen der Psychiatrie.

Ein dritter Abschnitt befasst sich mit Spiritualität ohne religiösen Bezug, in dem verschiedene Aspekte wie existenzial­psychologische oder atheistische Deutungsmuster von Spiritualität und andere weiterführende Überlegungen behandelt werden.

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