Zwei Bücher, die den Hintergrund der Corona-Pandemie beleuchten

Teil 1: Tom Lausen & Walter van Rossum (2021) Die Intensivmafia. Von den Hirten der Pandemie und ihren Profiten. München: Rubikon; 18 € (Buch bei Buchkomplizen)

Teil 2: Robert F. Kennedy Jr. (2021) The Real Anthony Fauci. Bill Gates, Big Pharma, and the Global War on Democracy and Public Health. New York: Skyhorse Publishing. Deutsch in Kürze: Das wahre Gesicht des Dr. Fauci. Rottenburg: Kopp-Verlag; 29,99 € (Buch beim Kopp-Verlag)

Teil 1: Lausen et al – Die Intensivmafia

Gestern erreichte mich ein 30 Sekunden-Video Clip. Er stammt aus einer langen Pressekonferenz zur Impfpflicht in Österreich. Dort, bei 1:46:16, sagt die österreichische Justizministerin über die Impfpflicht, alle Experten wären einer Meinung: „Das ist der einzige Weg raus aus der Demokratie“. Das war natürlich ein freudscher Versprecher. Sie korrigiert sich hinterher auch. Aber freudsche Versprecher, das hatte Freud bemerkt und in seiner „Pathologie des Alltagslebens“ beschrieben, haben es in sich. Hier zeigt das Unbewusste gegen den bewussten Willen des Sprechers, was er eigentlich sagen will, oder was er, bzw. in dem Fall sie, verbergen will. Ich würde vermuten, dass die österreichische Justizministerin genau weiß, dass diese Scharade um die Impfpflicht alles andere als demokratisch, alles andere als sinnvoll ist, und dass uns dieser Weg in der Tat „raus aus der Demokratie“ hinein in eine Art Gesundheitsfaschismus führen wird, wie ihn Juli Zeh vor Jahren schon beschrieben hat [1]. Die Oberfläche ist das weit verbreitete Narrativ vom Killervirus, dem nur mit einer Impfung beizukommen ist. Dahinter steckt eine Agenda. Ob dies eine Agenda von Kollateralnutzern ist, die davon profitieren, oder eine politische Agenda anderer Natur, ist schwer zu entscheiden. Von dieser Wirklichkeit unter der Oberfläche handeln diese beiden Bücher, die ich hier besprechen will. Ich bespreche sie bewusst gemeinsam, weil sie beide diese Hintergrundwirklichkeit auf unterschiedliche Weise ansprechen und daher auch deutlich machen, dass es u.U. viele Erklärungen gibt, die sich nicht unbedingt ausschließen müssen.

Für Leser mit wenig Zeit: Ich kann beide Bücher empfehlen. Das Buch von Lausen und van Rossum ist kurz, knackig und auch bei einem Glas Bier oder Wein zu lesen (schadet vielleicht auch nicht, denn der Inhalt ist gruselig). Wein und Bier zur Lektüre des Buches von Kennedy würde ich nicht empfehlen. Dazu hat es zu viel detaillierten Inhalt, den man sonst nicht verdauen kann und außerdem ist man besoffen, bis man durch ist. Denn es hat in der englischen Fassung 450 eng bedruckte Seiten; die deutsche kommt demnächst auf den Markt. Ich habe 2 volle Tage dran gesessen und es von vorne bis hinten gelesen – und mir auch viele der ca. 2.200 Referenzen angesehen, die es stützen.

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Warum lassen sich die Deutschen impfen…

…und was unterscheidet Impfbereite von Zögerern? Unsere repräsentative Umfrage ist verfügbar

Mich hat interessiert, warum sich Menschen in Deutschland impfen lassen, welches ihre wichtigsten Motive sind und auch, warum sich Menschen nicht impfen lassen. Außerdem interessiert mich natürlich die Frage: Was genau unterscheidet diese beiden Gruppen?

Für eilige Leser: Der wichtigste Grund sich impfen zu lassen ist bei 60 % Angst vor der Erkrankung Covid-19. Der zweitwichtigste Grund ist bei 30 % der Wunsch, wieder ein normales Leben zu führen. Der wichtigste Grund sich nicht impfen zu lassen ist bei 40 %, dass sie sich nicht mit Stoffen behandeln lassen wollten, deren Langzeitwirkungen unklar sind und bei beinahe 40 % ist der zweitwichtigste Grund die Angst vor Nebenwirkungen. Die beiden Gruppen kann man mit einem logistischen Regressionsmodell sehr gut voneinander trennen. Diejenigen, die bereit sind, sich impfen zu lassen, unterscheiden sich von den Zögerern: Sie haben einen höheren Wert auf einer „Orthodoxie-Skala“, die ich eigens für solche Zwecke entwickelt habe und bei unserer Immunologenumfrage validiert habe. Sie informieren sich tendenziell nicht über die wissenschaftliche Originalliteratur, sondern eher durch die klassischen Medien. Dieses Modell hat eine relativ gute Genauigkeit und kann 78 % der Leute richtig zuordnen.

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Medizin ohne Moral

Medizin ohne Moral. Ein Essay über ein wichtiges Buch und warum es gerade jetzt von Bedeutung ist – angesichts einiger erschreckender Meldungen und Daten

Ich wollte ursprünglich nur ein wichtiges Buch vorstellen: „Medizin ohne Moral“ von Erich Freisleben. Aber nun sind noch einige Informationen hinzugekommen. Ich habe mich außerdem wieder einmal mit RKI-Daten beschäftigt und stelle die Ergebnisse gegen Ende dieses Beitrags vor. Nach der Buchvorstellung folgen einige neuere Daten und Einsichten. Weil diese Daten, Einsichten und Analysen den Inhalt des Buches von Dr. Freisleben illustrieren, publiziere ich hier alles gemeinsam.

Dr.med. Erich Freisleben (2020) Medizin ohne Moral. Diagnose und Therapie einer Krise. Engerwitzdorf: Freya Verlag, 19,90 €, 432 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-.99025-422-6; (Das Buch beim Verlag)

Dieses Buch eignet sich als Weihnachtsgeschenk: für Ihren Hausarzt, für die Nichte, die Medizin studieren will, für alle Leute, die sich entweder für Medizin interessieren, oder wirklich verstehen wollen was falsch läuft. Oder die sich wappnen wollen gegen die nächste Welle der Medikalisierung. Denn hier spricht ein wacher, erfahrener Internist und Hausarzt mit wissenschaftlichem Hintergrund. Einer, der sich nach einer sehr vollen Woche mit sehr vielen Patienten hinsetzt und schreibt. Zum Beispiel dieses Buch, zum Beispiel auch ein neues über das Corona-Dilemma, das ich noch nicht kenne. So etwas macht ein Arzt, der im Normalfall eine 60-Stunden Woche hat, nicht einfach so zur narzisstischen Selbstbefriedigung, sondern weil er ein Anliegen hat. Ein echtes, eines, das gehört werden sollte.

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„5G – Die geheime Gefahr: Wie uns der neue Mobilfunk krank macht…“

Joachim Mutter (2020). 5G – Die geheime Gefahr: Wie uns der neue Mobilfunk krank macht und wie wir uns schützen können. München: Gräfe & Unzer. ISBN 978-3-8338-7538-0. 192 Seiten, broschiert, 12,99 € (Link)

Joachim Mutter ist ein alter Kollege von mir, den ich 1999 in der Ambulanz für Umweltmedizin und Naturheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg kennenlernte. Damals wechselte ich mit meiner Arbeitsgruppe von der Psychologie an das Institut für Umweltmedizin von Prof. Daschner, der diese Ambulanz im Klinikum Freiburg gegründet hatte.

Ich lernte Joachim Mutter als enorm engagierten und kenntnisreichen Arzt kennen, dessen Thesen zur Gefährlichkeit von Amalgam ich damals etwas überzogen fand. Ich forderte ihn heraus, seine Überzeugung wissenschaftlich zu dokumentieren, metallisches Quecksilber, vor allem aus Amalgam, würde Alzheimer begünstigen. Das Resultat war eine Doktorarbeit und eine gemeinsame Übersichtsarbeit, die diesen Zusammenhang klar demonstrierte [1]. Das lehrte mich: Joachim Mutter hat einen klaren Blick für die Daten und Tatsachen. Als er dann kurz darauf begann, die medizinische Problematik von Mobilfunk und Kurzwellenstrahlen zu thematisieren, ging es mir ähnlich, wie beim Amalgam: Ich glaubte, etwas wird dran sein, aber er übertreibt ein bisschen.

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„Vaccines“-Studie wieder publiziert – Korrektur einer Berechnung – neue Studie im British Medical Journal

Ich habe in meinem letzten Blog zu Impfungen einen Fehler gemacht, den ich gleich zu Anfang korrigieren will. Die tiefere Analyse dieses Datensatzes führt mich aber zu dem Ergebnis, dass unsere ursprüngliche Analyse, die wir in „Vaccines“ publizierten und die dann vom Journal zurückgezogen wurde, durchaus stichhaltig ist.

Unsere „Vaccines“-Studie ist wieder publiziert

Sie ist jetzt wieder neu verfügbar [1], zusammen mit einem sehr lesenswerten Editorial des Herausgebers Dr. James Lyons-Weiler [2]. Wir haben die Arbeit in dessen Journal „Science, Public Health Policy, and the Law“ neu eingereicht. Sie wurde von drei Peer-Reviewern blind begutachtet. Wir haben drei Zyklen der Veränderung durchlaufen und jetzt ist die Studie wieder online. Die Substanz der Analyse ist unverändert. Die Interpretation und die Rahmung hat sich selbstverständlich verändert. Eine neue Studie im British Medical Journal zeigt, dass unsere ursprüngliche Mahnung zur sorgfältigen Dokumentation von Nebenwirkungen ihre Berechtigung hat.

Eine unserer Schlussfolgerungen in unserer Impfanalyse ist: Bevor wir eine Impfkampagne an Kindern beginnen, sollten wir erst die Nebenwirkungen dieser Impfstoffe genauer untersuchen. Der Grund hierfür ist einfach: Kinder sind kaum einer Gefährdung durch SARS-CoV-2 ausgesetzt. Aber die Gefahr durch Nebenwirkungen betrifft eben alle, die geimpft werden. Deswegen ist auch das Argument, das wir im Peer-Review-Prozess und anderswo öfter gehört haben, die „Number Needed to Vaccinate“ sei der falsche Kennwert, man müsse die Impfeffektivität nehmen, sachlich falsch.

Korrektur und neue Berechnung der NNTV

Aber zunächst zu meinem Fehler: Verschiedene Kollegen haben mich darauf hingewiesen, dass ich in der Analyse der Public-Health-England-Daten, die die Wirksamkeit der Impfungen bei der neuen Delta-Variante diskutiert, den gleichen Fehler gemacht habe, den ich anderen des Öfteren vorgeworfen habe: nämlich unstandardisierte Zahlen verwendet zu haben. Das stimmt und dafür entschuldige ich mich formell. Ich war etwas zu schnell. Man muss in der Tat die Anzahl der Fälle auf die Gesamtzahl der Geimpften hochrechnen, um keine verzerrten Werte zu erhalten. Daher wäre es gut, wenn alle, die damals meine Berechnungen verbreitet haben, auch diese neue Analyse verbreiten.

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