Krebs: die modernen Mythen von der Macht unserer Medizin

Ich bin in letzter Zeit gleich mehrfach mit dem Thema „Krebs“ konfrontiert worden. Eine Studienkollegin, die mit mir studiert hat und ein Jahr jünger ist als ich, verstarb gerade an Krebs; letzte Woche war ich bei ihrer Abdankungsfeier. Die Chemotherapie konnte ihr noch etwas an Lebenszeit schenken, aber geheilt wurde sie nicht.

Anlässlich des Journal Clubs unserer Zeitschrift „Forschende Komplementärmedizin“, den man übrigens frei herunterladen kann, habe ich mich mit den Studien beschäftigt, die der homöopathische Arzt und Internist Prof. Frass in Wien gemacht hat. Er hat, kurz zusammengefasst, die erste größere Kohorte Krebspatienten untersucht, die er zusätzlich zur konventionellen Behandlung mit Homöopathie behandelt hat – und sie in einem historischen Vergleich konventionell behandelten Patienten gegenübergestellt [1]. Dabei hat er nur solche Krebsarten genommen, die eine extrem schlechte Prognose hatten. Er fand dabei einen statistisch gesicherten Überlebensvorteil.

Weiterlesen

Neues integratives Gesundheitszentrum in Lausanne

In Lausanne in der Schweiz öffnet ein neues integratives Gesundheitszentrum, das von Rosy Daniels und einigen französischen Ärzten betrieben wird. Die erste Gesundheits- und Regenerationswochen finden Anfang November statt und richten sich vor allem an Patienten und Betroffene. Im Anhang Flyer zum Weiterverteilen… Flyer Regenerative Health Program (Englisch) Flyer Regenerative Health Week (Englisch/Französisch)

Rezepte gegen die Angst – Bilderfasten

Ich hatte das große Privileg, in meiner Studienzeit im Jahr 1980/81 die hervorragende japanische Logikerin Hide Ishiguro vom University College London als persönliche Tutorin zugeteilt zu bekommen. Ich musste mit meinem Kollegen wechselweise Texte lesen und dazu Kurzreferate vorbereiten. Einmal erzählte sie uns eine Geschichte, die mir hängenblieb: Als in Japan durch europäische Händler im 16. Jahrhundert Feuerwaffen eingeführt wurden, veränderte sich das Kriegswesen. Einige Schlachten waren so brutal – etwa die, die in Akira Kurosowas Film Kagemusha erzählt wird – dass Japan sich mindestens für eine kurze Zeit darauf einigte, die Feuerwaffen zu bannen. Das ist ein interessantes historisches Beispiel dafür, dass eine vermeintlich unumgängliche technologische Revolution rückgängig gemacht werden kann, weil man verstanden hat, dass sie verheerende Folgen hat. Wir wissen, dass das leider nicht auf Dauer war. Aber es ist möglich.

Kann eine vermeintlich unumgängliche technologische Revolution rückgängig gemacht werden?

Weiterlesen

Rezepte gegen die Angst – Transformation durch Verzicht. Eine Besprechung von Stefan Brunnhubers Buch „Die Kunst der Transformation“

Dass wir in Krisenzeiten leben, braucht nicht extra gesagt werden, auch nicht, dass wir für die Überwindung der Krisen eigentlich keine guten Rezepte haben. Aber was wir wirklich benötigen ist eine zusammenschauende Analyse der verschiedenen Krisen, der partikularen Lösungsansätze und daraus entwickelt einige Ideen, die wirklich funktionieren könnten. Wenn wir uns das nachhaltige Überleben der … Weiterlesen

Inhalt und Kontext lassen sich nicht trennen

Ein paar (weitere) Gedanken zu unserem Methodenartikel über die mangelnde Übertragbarkeit hierarchischen Denkens in der Methodologie

Vor kurzem haben Martin Loef und ich einen Aufsatz im Journal of Clinical Epidemiology publiziert, in dem wir das hierarchische Denken in der Methodologie kritisiert haben [1]. Wir argumentierten, im wesentlichen, dass es kurzsichtig ist, die wissenschaftliche Brauchbarkeit von Befunden nur davon abhängig zu machen, wie intern valide – also wie methodisch stringent – ein Befund ist. Denn, so das Argument, mit steigender interner Validität sinkt in der Regel die externe Validität und damit die Brauchbarkeit des Befundes. Wenn wir nur auf die interne Validität sehen, dann haben wir am Ende viele wissenschaftlich gültige Befunde, die in der Praxis unbrauchbar sind.

Weiterlesen