Der perfekte Mord? Neue Albernheiten zum Thema Homöopathie

Ich entwickle jetzt einen neuen Workshop: „Der perfekte Mord“. Den biete ich für potenzielle Mörder und Polizisten gleichermaßen an. Die Mordwaffe: homöopathische Zahnungskügelchen bzw. Gels. Da ist nämlich Belladonna D12 drin, das „Gift der Tollkirsche“ in nicht unerheblicher Dosierung, wie man der Tagespresse entnehmen konnte (3 * 10-13 % des Inhalts, also eine Zahl mit 13 Nullen und dann 3). Wenn man das lange genug nimmt – denn Zahnungskügelchen sind gefährlich – dann kriegen die Leute epileptische Anfälle, Krämpfe, fallen am Ende gar mal aus Versehen von einer Leiter oder vom Balkon und tot sind sie.

Perfekt. Weil „nichts“ dran schuld war, genauer gesagt, fast nichts, bzw. die Homöopathie, wieder mal. Alle Spuren verwischt, schon von Anfang an. Die unsichtbare, unauffindbare, und daher perfekte Mordwaffe. Grandiose Idee, oder?

Jetzt mal im Ernst: Wie albern wird denn der Diskurs um die Homöopathie noch geführt, dass sich sogar ernsthafte Tageszeitungen dazu hinreißen lassen, halbseitige oder ganzseitige Artikel zu drucken. Ich schäme mich für meine deutsche Qualitätspresse, daher drucke ich die Links gleich gar nicht ab.

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Neues integratives Gesundheitszentrum in Lausanne

In Lausanne in der Schweiz öffnet ein neues integratives Gesundheitszentrum, das von Rosy Daniels und einigen französischen Ärzten betrieben wird. Die erste Gesundheits- und Regenerationswochen finden Anfang November statt und richten sich vor allem an Patienten und Betroffene. Im Anhang Flyer zum Weiterverteilen… Flyer Regenerative Health Program (Englisch) Flyer Regenerative Health Week (Englisch/Französisch)

Migration in neuer Dimension

In Basel, wo ich fast 20 Jahre gewohnt habe, erzählt man sich viele Geschichten und Witze über den „Daig“ – „den Teig“, die alten Basler Patrizier, die anders reden als die anderen und über Jahrhunderte hinweg die wirtschaftlichen und politischen Geschicke der Stadt bestimmt haben. Die Merians und Burckhardts gehören genauso dazu wie die Sarasins, heute Bankiers, früher ein berühmtes Händlergeschlecht. Sie waren Migranten und Asylsuchende der damaligen Zeit, vertrieben aus Lothringen, weil der französische König keine „Reformierten“ oder „Hugenotten“, also nicht-katholische Christen, die der Lehre Calvins folgten, in seinem Reich dulden wollte [1].

Nachdem Frankreich ihnen im Edikt von Nantes 1598 Religionsfreiheit zugestand, blieben sie dort später wieder für ein knappes Jahrhundert geduldet Vor 300 Jahren, am 1.September 1715 starb Ludwig XIV., der Sonnenkönig. Eine seiner infameren Aktionen, die in die Geschichtsbücher eingegangen ist, war die Aufhebung dieses Edikts von Nantes im Jahre 1685. Das löste die größte Migrationswelle der Neuzeit vor den Vertreibungen der Menschen im und nach dem 2. Weltkrieg aus, sieht man einmal von den zwangsweise als Sklaven verfrachteten Afrikanern ab. Hunderttausende Hugenotten flohen – unter Lebensgefahr, denn die Flucht war verboten – in umliegende Länder, nach Holland, in die Schweiz und nach Hessen.

Ein bettelarmes Land am Ostrand des Deutschen Reiches hieß die Flüchtlinge explizit willkommen: Preussen. Diese Asylpolitik Friedrichs des Großen begründete u.a. die spätere Prosperität Preussens. [2] Denn die Neuankömmlinge waren ihrem neuen Landesvater gegenüber enorm loyal und dankbar. Viele führende Militärs, Handeltreibende, Fabrikanten in Preussen stammten von diesen französischen Migranten ab. Man erkannte und erkennt sie noch immer an ihrem französischen Namen, auch wenn diese manchmal eingedeutscht sind; der deutsche Namensvetter der Basler Sarasin schreibt sich beispielsweise Sarazin / Sarrazin.

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“Sowohl als auch” statt “entweder-oder” – oder: wie man Kategorienfehler vermeidet

„Was ist tiefer: Teller oder Tasse?“, fragte neulich wer. Nach einigem Nachdenken sagte ich: „Naja, kommt drauf an, wie tief der Teller oder die Tasse wirklich sind, nicht wahr?“ „Falsch“, sagte der Schlaumeier. „Die Oder“. Klar. Egal wie tief eine Tasse oder ein Teller sind, die Oder, also der Fluss, an dem Frankfurt (Oder) liegt, wo ich arbeite, ist immer noch tiefer.

Der Witz – der natürlich gesprochen besser funktioniert als geschrieben – macht sich eine implizite Denkgewohnheit zu Nutze. Wir denken sehr häufig in den ausschließlichen Kategorien „entweder–oder“. Dabei übersehen wir das mögliche Dritte, Vierte, oder Fünfte. Darauf will ich ein bisschen Aufmerksamkeit und Zeit verwenden, weil mich das schon lange umtreibt.

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In Memoriam Claus Fritzsche, †14.1.2014


Wir trauern um Claus Fritzsche.
Claus Fritzsche war der Begründer und Redakteur des CAM-Media-Watch-Blogs, einer Webseite, die es sich zur Aufgabe gesetzt hat, den Journalismus zu Themen der Komplementärmedizin kritisch zu begleiten. Manchmal tat er dies, indem er Fachleute auf seinem Blog zu Wort kommen ließ, die verkürzte Darstellungen in den Medien korrigieren konnten. Manchmal tat er es selber, indem er sorgfältig recherchierte Artikel verfasste, deren inhaltliche Korrektheit er durch Mitglieder seines wissenschaftlichen Beirats absicherte.

Durch seine Arbeit hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass der Journalismus zu Themen der Komplementärmedizin sorgfältiger wurde und besser recherchiert.

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