Wieviel Alkohol schadet? Nicht zu viel, oder lieber gar nicht? – Ein paar Gedanken zur neuen Studie von Wood und Kollegen in Lancet (2018)

Ich bekenne es freimütig: Ich mag Wein und trink‘ ihn gern (Bier manchmal, Schnaps selten). Da zu einer guten Einschätzung wissenschaftlicher Aktivität auch die Offenlegung von Interessenskonflikten gehört, auch intellektueller, tue ich das hiermit. Es wäre mir ehrlich gesagt nicht recht (und würde mich auch sehr wundern), wenn aufgrund wissenschaftlicher Daten der Puritanismus Einzug halten würde. Ich halte vom Puritanismus aus verschiedenen theologisch-weltanschaulichen Gründen nicht viel und bin, auch das wahrscheinlich ein Interessenskonflikt, zu sehr dem süddeutsch-bayrischen katholischen Raum verpflichtet, als dass ich mich zum Puritaner eignen würde. Auf diesem Hintergrund also meine Gedanken zu einer neuen Studie, die derzeit von allen Journalen kolportiert wird, die etwas auf sich halten und von allen Zeitschriften, die der orientierungslosen Lebensstilkämpferin um das rechte Maß bei ihrem Orientierungslauf helfen wollen.

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„Forbidden Histories“ – Youtube-Kanal von Andreas Sommer

Ich weise gerne auf einen neuen Video-Kanal https://www.youtube.com/forbiddenhistories mit entsprechender Webseite hin. Der Kanal wird von Dr. Andreas Sommer betrieben, der sich in Cambridge, am Institut für Wissenschaftsgeschichte intensiv mit der Geschichte der Parapsychologie auseinandergesetzt hat. Er wird in einer Serie von englischsprachigen Videos in die Geschichte der Erforschung okkulter und paranormaler Phänomene einführen. Man … Weiterlesen

Mein Wunschzettel für den neuen Gesundheitsminister

Wenn wir jetzt endlich mal eine neue Regierung kriegen, besteht vielleicht auch die Chance auf einen begrenzt-alternativlosen revolutionären Neuanfang. In diesem Sinne dachte ich mir, es ist gut, wenn ich unserem neuen Gesundheitsminister einen kleinen Wunschzettel überreiche im Namen all derer, die keinen Blog haben.

Ich habe neulich auf einer Tagung gelernt: bei jedem Medikament und jedem Medizinprodukt, das in Deutschland verkauft wird, und das sind ungefähr 300 Milliarden Euro oder etwas mehr, verdient der Staat 19% durch die Mehrwertsteuer, die aufgerechnet wird. Das sind also knapp 60 Milliarden. Die verschwinden wohl im Moment im Säckel des Finanzministers auf nimmer Wiedersehen und finanzieren milde Gaben für die Autoindustrie, Darlehen für irgendwelche Bürgschaften etc.

Ich finde, und das wäre mein Wunsch Nr 1:

Mehrwertsteuer auf Medizinprodukte im Gesundheitssystem lassen und langfristig abschaffen

Das Gesundheitsministerium sollte sich dafür stark machen, dass diese Mehrwertsteuer abgeschafft wird. Denn wenn der Staat kein Interesse mehr daran hat, dass im Gesundheitswesen viel umgesetzt wird, ist auch ein Wandel von einem interventionslastigen Krankheitsapparat hin zu einem präventionsbetonten Gesundheitsapparat politisch leichter. Ein erster Schritt auf diesem zugegebenermaßen schwierigen Weg durch eine politische Wüste Gobi des Verzichtes wäre es, das Geld festzuschreiben für präventive Aufgaben.

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Stickoxid, Feinstaub, Dieselabgase – die Erkenntnisse einer neuen Studie

Manchmal hat das Universum, finde ich, einen skurrilen Humor. Justament zu dem Zeitpunkt, zu dem bekannt wird, dass die deutschen Autobauer Tierversuche gemacht haben, um die vermeintliche Unschädlichkeit von Dieselabgasen zu beweisen, publiziert Lancet, eines der renommiertesten Medizinjournale, die allererste, experimentelle (!) Untersuchung an Menschen, die sich – wie wir alle in Städten – freiwillig (!!) den Dieselabgasen des Verkehrs in der Oxford Street ausgesetzt haben [1] Dabei untersuchten die Forscher, welche Auswirkungen das Einatmen der Dieselabgase (Stickoxid, Feinstäube), des Gummiabriebs und des Lärms auf Symptome, Lungenfunktion und Gefäßwiderstand hat und verglichen diese Situation mit einem langen Spaziergang im Hydepark.

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