Schuldeingeständnis der amerikanischen Gesundheitsbürokratie zum Fehlgriff bei den Corona-Maßnahmen und Neuausrichtung auf „Autoimmunität“
Der Personalwechsel innerhalb der US-amerikanischen Gesundheitsbehörden hat neue Schwerpunkte zur Folge. Jay Bhattacharya ist seit 2025 Direktor der National Institutes of Health, jener Superbehörde, die selbst Forschung betreibt und einen Großteil der Forschung in den USA durch große Programme fördert. Außerdem wurde Anthony Fauci als Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) nach einer kurzen Interimsphase durch Jeffery Taubenberger ersetzt.
Die Corona-Maßnahmen waren falsch und haben der Reputation des NIH und der Wissenschaft geschadet
In einem Leitartikel in Nature Medicine, der die neue Richtung dieses Institutes beschreibt, distanzieren sich Bhattacharya, Taubenberger und ihr Co-Autor Powers nun sehr deutlich im Grunde von allem, was das Pandemiemanagement der USA und in der Folge fast der ganzen Welt ausmachte [1].
Wörtlich schreiben die Autoren:
„… viele der empfohlenen politischen Maßnahmen, einschließlich Lockdowns, sozialer Abstandsregeln, Tragen von Masken und Impfpflicht hatten keinerlei wissenschaftliche Basis und sind umstritten, was ihre positiven Wirkungen und ihre unbeabsichtigten Nebenwirkungen angeht… Uns steht vor Augen, dass ein großer Teil der amerikanischen Öffentlichkeit das Vertrauen in das NIAID, die National Institutes of Health (…) und darüber hinaus in die wissenschaftliche Gemeinschaft verloren hat. Als momentane Leiter der NIH und des NIAID anerkennen wir diesen Vertrauensbruch…“
Bleiben wir einen Moment bei diesen Worten. Sie beschreiben nichts weniger als die Anerkennung, dass die Kernelemente des sog. „pandemic response“, also der Antwort der Politik auf die Pandemie, bar wissenschaftlicher Fundierung waren.
Es wird Zeit, dass unsere Leitartikler, Pressestimmen, Politiker und Richter diese Tatsache zur Kenntnis nehmen. Diese Worte sind das Äquivalent zu einem Schuldeingeständnis, eine Art wissenschaftliches „nostra culpa, nostra culpa, nostra maxima culpa – durch unsere Schuld, unsere Schuld, unsere übergroße Schuld“, wie man es in der katholischen Kirche spricht.
Für Bhattacharya ist das nichts Neues. Er hat als Coautor, als er noch in Stanford Professor für Ökonomie der Medizin war, zusammen mit seinem Kollegen Ioannidis einige kritische Studien publiziert [2, 3]. Er hat die Great Barrington Declaration mitinitiiert, die am 4.10.2020 veröffentlicht wurde und innerhalb kurzer Zeit mehr als eine halbe Million Unterschriften von Wissenschaftlern und Ärzten erhielt; mittlerweile sind es mehr als 940.000 Unterschriften. Sie forderte eine sorgfältige Abwägung, Schutz der Alten und keine pauschalen Hauruckmaßnahmen. Hätte man damals schon auf ihn und die unterstützenden Kollegen gehört, wäre sicher vieles anders verlaufen.
Aber für die Gesundheitspolitik als Ganzes ist diese Erklärung in Nature Medicine revolutionär. Die Anerkennung, dass eine ganze politische Strategie über Jahre fehlgeleitet war, ist eine große Seltenheit in der politischen Landschaft. Meistens krebst man kaum erkennbar zurück. Hier nicht. Hier wird kehrtgemacht. Auch die anderen, früheren, Prioritäten des NIAID werden ausgemistet. Zu denen gehörten u. a. „zivile Bio-Verteidigung und Vorbereitung auf Pandemien“ und eine Reihe anderer Schwerpunkte. Der einzige Schwerpunkt, der beibehalten wird, ist der Fokus auf HIV und AIDS. Die HIV-Epidemie gehörte damals zu Faucis Husarenstreichen. Mit ihr schaffte er es, seine Institution, die knapp vor der Auflösung stand, wieder ins Rampenlicht und damit in den Geldstrom zu holen, wie verschiedene Autoren dargelegt haben [4, 5].
Autoimmunität und Impfen
Der zweite Fokus hat es in sich. Den gab es zwar schon immer, aber etwas auf der Hinterbank. Jetzt rückt er ins Rampenlicht: die Epidemie der Autoimmunkrankheiten. Die Autoren haben erkannt: Das eigentliche Problem unserer Zeit in unserer westlichen Welt sind nicht mehr die Infektionen und Pandemien, auch wenn WHO und Co. und eine schlecht informierte, willfährige Presse uns das vorgaukeln wollen. Das eigentliche Problem sind die Autoimmunkrankheiten, die ausgelöst werden von medizinischer Überbehandlung, Xenobiotika, also für den Menschen neuen und fremden Stoffen, und fehlgeleiteter Hygiene. Autoimmunkrankheiten sind schlecht untersucht und der sprichwörtliche Elefant im Raum. Dass Taubenberger und Bhattacharya sich diesen Fokus nicht nur zu setzen, sondern auch zu nennen trauen, ist mutig. Denn dahinter steht hauptsächlich die Anhäufung von Impfprogrammen, vorrangig in den Vereinigten Staaten, aber mittlerweile auch in Europa. So genau weiß es keiner, weil es eben sehr schlecht untersucht ist. Denn Studien, die langfristig geimpfte und ungeimpfte Kinder in randomisierten Langzeituntersuchungen beobachten würden, gibt es nicht. Und die nichtrandomisierten Studien, die Kennedy und Hooker vor Kurzem zusammengefasst haben [6], sprechen eine klare Sprache: Ungeimpfte Kinder sind durchweg gesünder.
Das hat auch eine kürzlich durch ein Gerichtsverfahren an die Öffentlichkeit gebrachte Studie gezeigt [7]. Der Hauptautor, Zervos, ein Infektiologe an der Wayne State University in Detroit, hatte die Studie durchgeführt, weil er von impfskeptischen Eltern dazu provoziert worden war. Die hatten ihn aufgefordert, die Behauptung zu prüfen, dass geimpfte Kinder gesünder wären. Das wurde durch das große Versicherungssystem des Henry Ford Health Systems in Detroit möglich. Dort wurden alle 18.468 Kinder, die zwischen 2000 und 2016 geboren und in diesem System versichert wurden, in die Studie eingeschlossen und mindestens zwei Jahre beobachtet, die meisten länger. Das Versicherungssystem hält für alle Kinder Daten zu Krankheiten und Impfungen, die im System behandelt werden. Es zeigte sich, dass die Incidence Rate Ratio, also das auf 1 Million Patientenjahre standardisierte Risiko, an einer Krankheit zu erkranken, für die geimpften Kinder in allen Kategorien höher war. Insgesamt war das Risiko, irgendeine chronische Erkrankung zu bekommen, für geimpfte Kinder um das 2,5-Fache höher. Für Autoimmunkrankheiten und Entwicklungsstörungen war das Risiko 6-fach erhöht. Nimmt man die atopischen Erkrankungen Asthma und Neurodermitis dazu, dann war auch hier das Risiko 4 bzw. 2,6-fach erhöht.
Interessant ist vor allem, dass diese Studie nie regulär publiziert wurde, obwohl ein offensichtlich zur Publikation vorbereitetes Manuskript vorliegt. Ob es nicht publiziert wurde, weil einige Editoren von Zeitschriften es abgelehnt haben und die Autoren keine Lust mehr hatten, das weiterzuverfolgen, oder ob es aus anderen Gründen nie eingereicht wurde, wissen wir nicht. Ich habe den Autor gefragt, aber keine Antwort erhalten.
Das ist nur ein kleiner Blick von unten auf den Bauch des Elefanten im Raum. Mit ihrem Leitartikel haben Taubenberger und Bhattacharya eine große Tür aufgestoßen. Wenn sie die Gründe für Autoimmunität sorgfältig erforschen wollen, führt kein Weg daran vorbei, die Frage zu stellen, wissenschaftlich, mithilfe von sorgfältigen Studien, was genau der Vorteil und der Nachteil des riesigen Impfprogramms ist, dem Kinder in den westlichen Ländern ausgesetzt sind.
Es ist nämlich alles andere als klar, dass diese nur von Vorteil sind. Mein Kollege Andreas Sönnichsen weist soeben in einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Warken darauf hin: Das Risiko, aufgrund einer Masernimpfung einen Impfschaden zu erleiden, ist ungefähr um den Faktor 200 höher als das Lebenszeitrisiko, von der Erkrankung selbst einen Schaden zu erleiden. Das liegt vermutlich an den verschiedenen Impfhilfsstoffen, die allen Impfstoffen zugesetzt werden müssen, damit das Immunsystem überhaupt auf die Impfung reagiert. Früher waren Impfstoffen zur Konservierung häufig Methylquecksilber zugesetzt, das äußerst giftig ist [8]. Heute sind es vor allem Aluminiumverbindungen, die problematisch sind, insbesondere dann, wenn sie in allzu hohen Dosen in den Organismus von Säuglingen gelangen [9-11].
Bhattacharya und Kollegen kündigen also eine neue Ära in der Gesundheitsforschung an. Die Tatsache, dass sie mit einem freimütigen Schuldeingeständnis beginnen, stimmt zuversichtlich. Ich wünsche ihnen und uns, dass die Aufklärung der Autoimmunität tatsächlich ein zentrales Thema der Zukunft wird, und zwar langfristig. Das könnte einen entscheidenden Wandel im Zustand der öffentlichen Gesundheit bringen. Gleichzeitig haben sie damit eine Kriegserklärung an den mächtigsten Feind geschickt, den man außer dem militärisch-industriellen Komplex haben kann: die großen Pharmagiganten. Denn diese haben verstanden, dass man in Zukunft nur dann wirklich viel Geld machen kann, wenn man den gesunden Körper monetarisiert, von Anfang an und ein Leben lang. Das funktioniert über Impfungen. Wird er trotzdem krank, hat man einen zweiten Wertschöpfungshebel. Nimmt man den ersten weg, wird der zweite Hebel wesentlich kürzer. Und die Renditen schwinden. Ob das gut geht? Ich würde mich freuen.
Quellen und Literatur
- Taubenberger JK, Powers JH, Bhattacharya J. The new vision from the National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID). Nature Medicine. 2026. doi: https://doi.org/10.1038/s41591-025-04160-1.
- Bendavid E, Mulaney B, Sood N, Shah S, Ling E, Bromley-Dulfano R, et al. COVID-19 Antibody Seroprevalence in Santa Clara County, California. International Journal of Epidemiology. 2021;50(2):410-9. doi: https://doi.org/10.1101/2020.04.14.20062463.
- Bendavid E, Oh C, Bhattacharya J, Ioannidis JPA. Assessing Mandatory Stay-at-Home and Business Closure Effects on the Spread of COVID-19. European Journal of Clinical Investigation. 2021:e13484. doi: https://doi.org/10.1111/eci.13484.
- Engelbrecht T, Köhnlein C, Bailey S, Scoglio S. Virus Mania: How the Medical Industry Continually Invents Epidemics, Making Billion-Dollar Profits at Our Expense. Norderstedt: Books on Demand; 2021, orig. 2007.
- Kennedy Jr. RF. The Real Anthony Fauci. Bill Gates, Big Pharma, and the Global War on Democray and Public Health. New York: Skyhorse Publishing; 2021.
- Kennedy Jr. RF, Hooker B. Vax-Unvax: Let the Science Speak. New York: Skyhorse; 2023.
- Lamerato L, Chatfied A, Tang A, Zervos M. Impact of Childhood Vaccination on Short and Long-Term Chronic Health Outcomes in Children: A Birth Cohort Study. 2021.
- Mutter J, Naumann J, Schneider R, Walach H, Haley BE. Mercury and autism: Accelerating evidence? Neuroendocrinology Letters. 2005;26:431-7. PubMed Central PMCID: PMC16264412.
- Gatti AM, Montanari S. New quality-control investigations on vaccines: Micro- and nanocontamination. International Journal of Vaccines and Vaccination. 2017;4(1):00073. doi: https://doi.org/10.15406/ijvv.2017.04.00072.
- Guimarães LE, Baker B, Perricone C, Shoenfeld Y. Vaccines, adjuvants and autoimmunity. Pharmacological Research. 2015;100:190-209. doi: https://doi.org/10.1016/j.phrs.2015.08.003. PubMed Central PMCID: PMC26275795.
- Tomljenovic L, Shaw CA. Do aluminum vaccine adjuvants contribute to the rising prevalence of autism? Journal of Inorganic Biochemistry. 2011;105(11):1489-99. doi: https://doi.org/10.1016/j.jinorgbio.2011.08.008. PubMed Central PMCID: PMC22099159.
- Walach H. Heilung kommt von innen: Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. München: Knaur Verlag; 2018.